Augenbewegung
Augenbewegungen können sehr komplex sein
Eine Augenbewegung ist die Bewegung, die vom Augapfel (bulbus oculi) durchgeführt werden kann. Dabei kann eine solche Augenbewegung bewusst oder unbewusst bzw. willkürlich oder unwillkürlich durchgeführt werden. Die sogenannte aktive Augenbewegung wird dabei veranlasst durch entsprechende Nervenimpulse; meist dient die aktive Augenbewegung dazu, optische Reize zu fokussieren oder zu verfolgen. Sogenannte passive Augenbewegungen können dabei mechanisch durchgeführt werden; beispielsweise findet dies bei augenärztlichen Untersuchungen statt, um die Beweglichkeit des Augapfels zu prüfen.
Physiologie:
Der Augapfel hat die Eigenschaft, dass er sich um eine beliebige Anzahl von Achsen drehen kann. Dabei verändert der fast kugelförmige Augapfel allerdings kaum seine Position innerhalb der Augenhöhle. Für eine Augenbewegung sind dabei verschiedene Muskeln verantwortlich: Welche Muskeln bei einer Augenbewegung beansprucht werden, hängt zusammen mit der Drehachse und der Drehrichtung der Augenbewegung; entsprechend wirken jeweils zwei entgegengesetzte, lokal zuständige Augenmuskeln mit verschiedener Drehrichtung zusammen. Diese beiden Augenmuskeln werden auch als Antagonisten bezeichnet.
Arten:
Durchgeführte Augenbewegungen können sehr komplex sein, und sich aus einer Reihe einzelner Augenbewegungen zusammensetzen. In der Wissenschaft unterscheidet man verschiedene Arten von Augenbewegungen:
Unter 'Versionen' versteht man beispielsweise das gleichzeitige und gleichgerichtete Bewegen beider Augen; eine Form einer solchen 'Version' ist die Sakkade: Der Blick springt dabei von einem Gegenstand zum nächsten (beispielsweise geschieht dies beim Blick aus dem Fenster während einer Zugfahrt: Beide Augen fixieren jeweils aufeinanderfolgende Gegenstände). Unter dem Nystagmus (als eine Form der 'Version') versteht man rhythmische, aber unkontrollierte Augenwebegungen, also gewissermaßen ein Augenzittern: Beispielsweise zeigt sich ein Nystagmus, wenn eine Person für längere Zeit auf einem Schreibtischstuhl gedreht wird - die Blickrichtung wechselt dabei zwischen rechts und links (aufgrund eines entstehenden Schwindels). Neben dieser gesunden Form des Nystagmus kann dieser beispielsweise auch ein Hinweis sein auf neurologische Beschwerden.
Als 'Vergenz' wird die entgegengesetzte Augenbewegung beider Augen bezeichnet; umgangssprachlich spricht man dabei auch beispielsweise vom 'Schielen'.
Auch, wenn eine Person den subjektiven Eindruck hat, beide Augen nicht zu bewegen (beispielsweise beim Fokussieren eines unbeweglichen Gegenstandes), sind minimale Augenbewegungen vorhanden. Solche Bewegungen nennt man Mikrobewegungen.
Okulomotorische Störungen:
Werden von Patient oder behandelndem Augenarzt Störungen bei der Bewegung der Augen festgestellt, so kann dies mehrere Ursachen haben: Verantwortlich können beispielsweise verschiedene Augenmuskeln sein, ebenso aber auch
Areale des Gehirns oder Nervenfasern, die bei Augenbewegungen beteiligt sind.
Kriterien für das Feststellen der Ursache einer Störung der Augenbewegungen liegen beispielsweise im Überprüfen der Faktoren, ob lediglich ein Auge oder beide Augen betroffen sind und ob alle Formen der Augenbewegungen eingeschränkt sind.

