Erblindung

Eine Erblindung beeinträchtigt erheblich die Lebensqualität

Nach Erblindung lesen der BlindenschriftEine Blindheit oder eine Erblindung beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen ganz extrem. Sowohl eine angeborene als auch im Laufe des Lebens erworbene Erblindung stehen in diesem Zusammenhang im Mittelpunkt. Gesunde Augen sind ein wertvolles Geschenk, denn erst die komplette Sehtüchtigkeit ermöglicht dem Menschen einen lebenswichtigen Kontakt zu seiner Umwelt, seine Selbstständigkeit und die Sicherheit.
Im medizinischen Sinn wird die Erblindung oder Blindheit als ein gesundheitlich einschneidendes Ereignis angesehen, bei welchem die betroffenen Menschen kein Licht mehr wahrnehmen können. Darüber hinaus stellt eine spezielle Regelung fest, dass eine Erblindung auch dann gegeben ist, wenn Patienten eine Reduzierung des sogenannten Gesichtsfeldes auf bis 5 Grad aufweisen. Außerdem beträgt die Sehschärfe bei diesen Personen auf dem gesunderen Auge maximal 1/50 des normalsichtigen Auges.
Die Ursachen, die zu einer Erblindung oder zu einem Verlust des Augenlichts führen, können sowohl durch innere als auch äußere Faktoren dargestellt werden. Neben Erkrankungen kommen in diesem Bezug Unfälle und genetische Vorbelastungen in Frage. Typische Ursachen für die Erblindung können diabetische Beeinträchtigungen der Netzhautfunktion im Rahmen einer Diabetischen Retinopathie, ein Glaukom oder schwere Traumata an den Augen sein. Eine akute Erkrankung wie ein Schlaganfall, der die Gehirnfunktion im Bereich des Sehens stark reduzieren kann, gilt ebenfalls als ursächlicher Parameter für ein Erblinden. Die Ablösung der Netzhaut ist ebenso eine anatomische Störung, die mit fortschreitendem Verlauf eine Erblindung herbeiführt.
Werden die Augen über lange Zeit nur unzureichend mit Blut und damit gleichsam mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt oder wurde als Vorerkrankung eine Amblyopie diagnostiziert, so ist Wahrscheinlichkeit einer Erblindung recht hoch. Die Erblindung eines Menschen ist häufig auch die Folge eines Katarakts, des Grauen Stars oder einer Uveitis, die insbesondere die Gefäßhaut des Auges betrifft.
In vielen Fällen muss aus unterschiedlichen Gründen zwischen einer Blindheit und einer Behinderung der Sehfähigkeit unterschieden werden. Grundsätzlich ist es bei der Erblindung so, dass die Betroffenen keinen Lichtschein erkennen können. Fachlich exakt ist für diesen Zustand der Begriff Amaurose.
Eine Erblindung stellt eine ganz erhebliche Einschränkung der natürlichen Orientierung dar. Diese Beein-trächtigung betrifft nicht nur die allgemeine Mobilität des Erblindeten, sondern gleichsam seine Beweglichkeit im häuslichen Umfeld. Als Folge dessen können eine soziale Vereinsamung, psychische Erkrankungen und eine unzureichende Eigenversorgung auftreten. Dennoch schöpfen Menschen, die unter einer Erblindung leiden wieder Mut, wenn sie eine Akzeptanz und Anerkennung im sozialen Umfeld erleben und im Alltag nach deren individuellen Gegebenheiten integriert werden. Neben der Nutzung des Blindenstocks haben unter einer Erblindung leidende Personen die Möglichkeit, sich mit der Unterstützung und Führung eines Blindenhundes fortzubewegen. Auch das Lesen ist aufgrund der Blindenschrift realisierbar. Außerdem verfügen blinde Menschen häufig über ein ausgezeichnetes Gehör und einen überdurchschnittlich ausgeprägten Tastsinn.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.12.2011