Gesichtsfeld
Das Gesichtsfeld umfasst beim gesunden Menschen 180 Grad
Als Gesichtsfeld wird der Bereich bezeichnet, der für einen Betrachter optisch wahrnehmbar ist, wenn er den Kopf gerade hält und der Blick bewegungslos und geradeaus gerichtet ist.
Beim Menschen ohne optische Beeinträchtigungen umfasst das Gesichtsfeld beider Augen in horizontaler Richtung circa 180 Grad. In vertikaler Richtung ist das Gesichtsfeld in der Regel ein wenig enger: Nach oben umfasst das Gesichtsfeld
einen Bereich von circa 60 Grad, nach unten einen Bereich von circa 70 Grad.
Bei verschiedenen Lebewesen unterscheiden sich Art und Ausprägung des Gesichtsfeldes deutlich; so ermöglichen beispielsweise bei Fluchttieren (wie unter anderem Pferde) seitlich am Kopf liegende Augen ein recht weites Gesichtsfeld, während bei Raubtieren (wie beispielsweise Katzen) dicht beieinanderliegende, nach vorne gerichtete Augen eine ausgeprägte räumliche Auflösung innerhalb des Gesichtsfeldes ermöglichen.
Beim Gesichtsfeld, das sich aus dem Sehen mit beiden Augen ergibt, spricht man vom sogenannten binokularen Gesichtsfeld, während das Gesichtsfeld eines einzelnen Auges als monokulares Gesichtsfeld bezeichnet wird.
Bestimmen lässt sich das Gesichtsfeld eines Menschen durch die sogenannte Perimetrie: Hiermit lässt sich die allgemeine Sensitivität des Sehsystems feststellen, aber auch die Grenzpunkte des Gesichtsfeldes einer Person können definiert werden. So kann eine Perimetrie Hinweise geben auf Einschränkungen des Sehsystems und auch auf eventuell vorliegende neurologische Auffälligkeiten.
Neben dem objektiv messbaren Gesichtsfeld gibt es ein subjektives (also vom Einzelnen variabel wahrgenommenes) Gesichtsfeld; so kann dieses subjektive Feld beispielsweise eingeschränkt sein beim Fortbewegen mit hoher Geschwindigkeit (man spricht dann auch vom Tunnelblick), aber auch aufgrund des Einflusses von Faktoren wie Alkohol oder verschiedenen Medikamenten.
Das Gesichtsfeld eines Menschen kann auf verschiedene Weisen beeinträchtigt sein: So können sich natürliche Einschränkungen beispielsweise ergeben durch Augenbrauen oder Nase. Ein ebenso natürlicher Gesichtsfeldausfall ist beim Menschen aufgrund des sogenannten 'Blinden Flecks' gegeben; der Blinde Fleck befindet sich an der Stelle des Augapfels, an der der Sehnerv in das Auge mündet. Im subjektiv wahrgenommenen Bild macht sich dieser Gesichtsfeldausfall aber in der Regel nicht bemerkbar, denn das wahrgenommene Bild entsteht unter anderem durch eine Verarbeitung optischer Reize durch das Gehirn; hier wird nun die fehlende optische Information ergänzt.
Gesichtsfeldausfälle, die Krankheitswert haben, können das Sehen beeinträchtigen; die Bereiche, in denen das Sehen beeinträchtigt oder unmöglich ist, werden als Skotome bezeichnet. Die Ausprägung von Skotomen kann dabei individuell stark variieren. Auch kann es aufgrund verschiedener Beeinträchtigungen zu einem Verlust des Gesichtsfeldes auf lediglich einer Gesichtshälfte (die sogenannte Hemianopsie) kommen. Bedingt sein können Skotome unter anderem durch Beeinträchtigungen des Sehnervs oder der Netzhaut.

