Hyperopie
Hyperopie - Weitsichtigkeit
Bei der Hyperopie (Weitsichtigkeit) handelt es sich um eine Fehlsichtigkeit, die das Sehen im unmittelbaren Nahbereich beeinträchtigt.
Krankheitsbild der Hyperopie
Die Hyperopie tritt in zwei Formen auf. Einmal kann der Augapfel zu kurz ausfallen, zum anderen die Brechkraft der Hornhaut und der Linse zu niedrig sein. In beiden Fällen der Hyperopie führt dies dazu, dass die aus dem Nahbereich auf das Auge treffenden Lichtstrahlen nicht stark genug gebrochen werden und daher nicht auf der Netzhaut in einem Brennpunkt zusammen kommen (sondern – theoretisch – erst an einem hinter der Netzhaut liegenden Punkt zusammen treffen würden). Das hat zur Folge, dass ein unscharfes Bild entsteht und Objekte im Nahbereich daher nur verschwommen wahrgenommen werden. Tritt die Hyperopie im jüngeren Alter auf, wird sie oft durch eine unwillkürliche Verformung der Augenlinse (sogenannte Akkomodation) korrigiert, was jedoch zu einer fortdauernden Überbeanspruchung des Zillarmuskels führt und Augen- und Kopfschmerzen, Augenmüdigkeit und in besonders schweren Fällen von Hyperopie auch eine Waldrand- oder Bindehautentzündung zur Folge hat.
Ursachen der Hyperopie
Hyperopie ist in den weit überwiegenden Fällen erblich. Von einer zumindest leichten Form der Hyperopie (im Bereich ab +1 Dioptrien) sind in jungen Jahren etwa 20% aller Europäer betroffen. Davon zu unterscheiden ist die sogenannte Alterweitsichtigkeit zu unterscheiden, die eine regelmäßige Alterserscheinung ist, da die Augenlinse bei allen Menschen im Alter versteift – mit der Folge, dass sich auch bei zuvor Normalsichtigen eine Hyperopie einstellt. Andere Ursachen treten bei der Hyperopie äußerst selten auf.
Diagnose der Hyperopie
In der Praxis wird die Hyperopie in den meisten Fällen bereits aufgrund der Schilderung der typischerweise auftretenden Beschwerden der Hyperopie erkannt. Die Diagnose Hyperopie wird durch eine Reihe von Untersuchungen gesichert – etwa die objektive Refraktionsbestimmung, das heißt, die Bestimmung der Brechkraft des Auges mittels eines Messgeräts. Dabei werden dem Patienten verschiedene Korrekturgläser vor die Augen gehalten, um fest zu stellen, bei welcher Sehschärfe er am besten sehen kann (zum Beispiel auf einer Tafel angegebene Zeichen als Sehtest). Zusätzlich wird der Augenhintergrund betrachtet, da sich bei einer Hyperopie generell typische Verformungen auf der Netzhaut und dem Sehnerv bilden.
Behandlungsmöglichkeiten der Hyperopie
Die Hyperopie kann nur durch eine Änderung der – fehlerhaften – Brechkraft des Auges behoben werden. Das geschieht durch ein sogenanntes Plus- oder Konvexglas, also eine Linse (Kontaktlinse oder Brillenglas), die nach außen gekrümmt ist und bewirkt, dass Lichtstrahlen nach innen gebrochen werden, so dass sie in einem Brennpunkt auf er Netzhaut zusammentreffen.
Zunehmend häufiger wird die Hyperopie auch durch operative Eingriffe behandelt (sogenannte refraktive Chirurgie), wobei die Laserbehandlung der Hornhaut die am häufigsten eingesetzte Methode ist. Alternativ kann auch eine Kunstlinse eingesetzt werden. Zu den möglichen Operationen gehören Unter- und Überkorrekturen der Brechkraft sowie Infektionen. In den ersten Tagen und Wochen nach der Operation ist der Patient oft blendungsempfindlich.

