Keratokonus
Keratokonus ist eine seltene Erkrankung der Hornhaut des Auges
Ein Keratokonus ist eine sehr seltene Erkrankung der Hornhaut des Auges. Dabei wölbt sich die Hornhaut zunehmend kegelförmig nach außen und wird immer dünner. Bei immer häufiger werdenden Wechseln der Brillen oder Kontaktlinsenwechsel sollte der Betroffene hellhörig werden. Im beginnenden Krankheitsstadium wird der Keratokonus leider sehr oft übersehen. Auch die Symptome können recht unterschiedlich ausfallen. Die einen sehen Gegenstände doppelt, die anderen nehmen Schatten oder Schlieren wahr. Ein weiteres Symptom für einen möglichen Keratokonus ist der sogenannte Hämosiderinring. Am Grund des Kegels bildet sich ein halbrunder bis runder Ring, der eine braungelbe bis grünbraune Färbung annehmen kann. Erst wenn die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten ist, lässt sich beim Betroffenen von der Seite die kegelförmige Ausbuchtung der Hornhaut mit bloßem Auge erkennen.
Oft haben Patienten bereits einen sehr langen Leidensweg hinter sich, bevor ein kompetenter Augenarzt die richtige Diagnose stellt. Nicht selten landen Betroffene vorerst auch bei Psychologen, da sich die wechselnden Fehlsichtigkeiten und Änderungen der Sehstärke nicht erklären lassen. Typische Symptome des Keratokonus sind auch verzerrte Bilder, gerötete Augen und extreme Blend- und Lichtempfindlichkeit. Auch klagen die Betroffenen des Öfteren über starke Ermüdungserscheinungen und Leistungseinbußen bei Lese- und Bildschirmarbeit. Manche empfinden die Einschränkung des Nacht- und Dämmerungssehens als besonders belastend. Auffällig ist, dass als Begleiterscheinung eines Keratokonus auch gehäuft Allergien, Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Asthma auftreten können.
In Deutschland ist jeder 2000. von einem Keratokonus betroffen. Allerdings unterscheidet sich die Häufigkeit der Krankheitsfälle auch von Region zu Region. Neue Studien zu Keratokonus belegen, dass in radioaktiv belasteten Regionen der Keratokonus gehäuft auftritt. Männer sind im Übrigen doppelt so oft betroffen wie Frauen und tritt meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf. Diagnostiziert wird der Keratokonus mittels spezieller augenärztlicher Untersuchungen wie dem Messen der Hornhautstruktur, Dicke und der Hornhautradien. Mit dem Keratografen lässt sich die Oberflächenstruktur sehr gut beurteilen. Im Anfangsstadium des Keratokonus lässt sich die Fehlsichtigkeit mit Brillen oder speziell angepassten Kontaktlinsen gut korrigieren. Kontaktlinsen können unter Umständen schwierig sein, da durch die kegelförmige Struktur der Hornhaut der korrekte Sitz der Linsen nicht zu 100 Prozent gewährleistet werden kann. Viele klagen auch darüber, dass die Linsen leicht verrutschen oder auch verloren gehen. Eine Möglichkeit ist primär eine weiche Linse einzusetzen und mit einer harten Linse quasi im „Huckepacksystem“ zu ergänzen.
Welche weiteren Therapiemöglichkeiten bei Keratokonus für den Einzelnen die Besten sind, wird der Augenarzt entscheiden. Neben dem Ausgleich der Fehlsichtigkeit kann auch eine Keratoplastik infrage kommen. Hier wird der erkrankte Teil der Hornhaut abgetragen und mit einem Transplantat versorgt. Als Alternativen bieten sich die Behandlung des Keratokonus mit dem Excimerlaser, eine Therapie mit dem Femtosekunden-Lasik oder ein UV Cross Linking an.

